Müssen Pokergewinne versteuert werden?

Unibet artikel: Es ist ein heikles Thema und gerade professionelle Pokerspieler beschäftigen sich damit in Deutschland schon seit geraumer Zeit. Müssen Pokergewinne beim Finanzamt angegeben und versteuert werden? Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist die Frage, ob Poker ein reguläres, zu versteuerndes Gewerbe oder etwa ein Glücksspiel ist.

 

Pokerspieler wehren sich seit Jahrzehnten gegen den Ruf, der das Spiel in der Öffentlichkeit besitzt und wollen nicht als “Zocker”, sondern als “Könner” dargestellt werden. Es entscheidet nicht das Glück am Pokertisch, viel mehr gewinnt langfristig der Spieler mit dem größeren Know-how.

Die Anerkennung als Geschicklichkeitsspiel ist Poker bisher verwehrt worden und deshalb überraschte es, als ein deutscher Spieler im Jahr 2009 Post vom Finanzamt bekam und Steuern auf seine Gewinne zahlen sollte. Es ging schließlich vor Gericht, weil der Spieler Klage einreichte und keine Steuern auf seine Gewinne von rund einer Millionen Euro zahlen wollte. Das Finanzgericht Köln hat die Klage des Spielers gegen das Finanzamt zurückgewiesen, obwohl Poker offiziell als Glücksspiel gilt und Lotteriegewinne werden bekanntlich nicht versteuert.

Das Finanzamt hatte aber argumentiert, der Spieler hätte Poker als Beruf ausgeübt und müsse damit auch seine Gewinne und Sponsoreneinnahmen steuerlich abführen.

Ausgestanden ist das Thema noch nicht und es wird auf Seiten der Pokergemeinde auf ein Grundsatzurteil gehofft, damit man sich auf die Zukunft einstellen kann. Ein Leben in der Grauzone ist für keinen angenehm und so fühlte sich auch Poker-Weltmeister Pius Heinz schon gezwungen, seinen Wohnsitz nach Österreich zu verlegen.

Ein dringender Handlungsbedarf liegt auf der Hand, denn einerseits kann der Staat nicht das Pokerspiel als illegal deklarieren, gleichzeitig aber von Spielern Steuergelder einfordern. Und was passiert eigentlich, wenn ein schlechter Spieler seine Verluste in der Steuererklärung geltend macht?